Praktikum London & Kent Blog - Sport

Montag, 16.August 2010 veröffentlicht von Sofia

Das 1. Praktikum im Ausland

Obwohl ich nun erst seit fünf Tagen hier in New Romney bin, kann ich schon jetzt sagen, die vorhergehenden Anstrengungen sind es wert. Ganz im Gegenteil dazu kamen mir, als ich noch vor einer Woche Zuhause saß, so einige Zweifel, ob es die richtige Entscheidung war, dieses Praktikum im Süden Englands zu machen, denn in solchen Situationen neigt man ja bekanntlicherweise dazu an ALLEM zu zweifeln. Sind meine Sprach-Kenntnisse gut genug, werde ich die Aufgaben im Job meistern können, werde ich schnell Anschluss finden, werde ich das immer als so grausam angepriesene englische Essen überleben??? Und so weiter und so weiter... Nachdem dann die Anreise nicht allzu problemlos verlaufen ist, da ich so einige Schwierigkeiten hatte die richtigen Züge und Busse zur richtigen Uhrzeit zu finden, war ich noch etwas niedergschlagener. Doch wie sich herausstellen sollte jedoch völlig umsonst!

Ich wurde überwältigend herzlich empfangen und jeder den man neu kennenlernt frägt einen sofort über dies und jenes und stellt sich selbst vor. Das anfängliche Problem sich die 1000 Namen zu merken, wer woher kommt und seit wann er hier ist und wie lange er bleibt bessert sich von Tag zu Tag, wenn man sich mit den Leuten auch einmal länger unterhält. Jeder ist bemüht die Neuankömmlinge überall hin mitzunehmen und ihnen die wichtigsten Dinge zu zeigen und was sehr wichtig ist: jeder hat ein offenes Ohr und man braucht sich nicht zu scheuen zwei oder dreimal nachzufragen, wenn man irgendetwas noch nicht verstanden hat.

Das potenzielle Problem die Sprache nicht zu verstehen, da hier im Süden doch ein ziemlich markanter Akzent vorherrscht wurde schnell zunichte gemacht, da man immer nachfragen und sich zur Not auch mit Händen und Füßen verständigen kann.

Was die Arbeit betrifft, kann man auch nach drei Tagen schon sagen, dass die Atmosphäre im Unterschied zu den meisten Büros in Deutschland sehr entspannt ist und die Einstellung “be PMA” (positive mental attitude) bei allen seine Wirkung zeigt, da man sehr selten auf schlecht gelaunte Gesichter trifft. Man bekommt sehr schnell eigene Aufgaben zugeteilt und im Gegensatz zu Deutschland fängt man gleich an richtig zu arbeiten und wird nicht zuerst einmal als Kaffee-Kocher eingesetzt. Danach liegt es an einem selbst, wie schnell man eigene Projekte zugeteilt bekommt, hierbei kommt es darauf an wieviel Einsatz man zeigt. Für motivierte Praktikanten sollte es also nicht allzu lange dauern mehr Verantwortung zu bekommen und selbst Projekte zu leiten.

Wer sich frägt, wie er die restliche Zeit gestalten soll: In der Zeit nach der Arbeit und an den Wochenenden wird einem sicherlich nicht langweilig, denn das Event-Team gibt sich alle Mühe sich für jeden Tag etwas einfallen zu lassen. Von einer kleiner Muffin-Pause am Nachmittag über Club-Nächte bishin zu Ausflügen in die umliegenden Städte und wenn man möchte sogar bis nach Frankreich. Zeit um Heimweh zu bekommen hat man also kaum und alleine ist man auch nie, denn die Praktikanten leben zusammen in den verschiedenen Häusern, kochen dort auch gemeinsam und verbringen ihre Abende zusammen, sei es, wenn eine Geburtstags-Feier ansteht oder auch nur, um einen gemütlichen Fernseh-Abend zu verbringen.

Ich denke, die Zeit in England wird mich in jedem Fall weiter bringen. Einerseits beruflich, indem ich nun versuche das theoretisch erlernte in die Praxis umzusetzen und andererseits auch was die Karriere betrifft, denn eine solche Erfahrung macht sich in jedem Lebenslauf gut. Außerdem natürlich auch auf persönlicher und sozialer Ebene, denn das Zusammenleben mit vielen anderen, wundervollen Leuten aus unterschiedlichen Nationen stärkt einen selbst in sämtlichen Bereichen und lässt einen ungeahnte Seiten an sich selbst entdecken.

Ich sehe den kommenden zwei Monaten somit mit freudiger Erwartung entgegen und hoffe ich konnte einigen von euch einen kleinen Einblick in das Leben in New Romney geben und eventuell auch gewisse Zweifel beseitigen ;)